Geschäftsbericht 2024
„Die Energiewende unterstreicht die politische Bedeutung der kommunalen Ebene“
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Partner und Freunde der rhenag,
das Jahr 2024, auf das wir in diesem Online-Bericht zurückblicken, war für uns das erste komplette Geschäftsjahr nach Vollendung der Rheinlandkooperation. Unter dieser Überschrift haben die rhenag-Gesellschafterinnen RheinEnergie AG und Westenergie AG 2023 ihre Zusammenarbeit im erweiterten Rheinland neu strukturiert und uns 12 Beteiligungsgesellschaften übertragen.
Die rhenag ist damit in eine neue unternehmerische Größenordnung hineingewachsen. 2024 galt es für unser Unternehmen, diesen Wachstumsschub zu verdauen und die gesamte Organisation fit zu machen für die neuen Anforderungen und Erwartungen, denen wir uns nun als eines der größten kommunalen Netzwerke Deutschlands gegenübersehen.
Um unserer neuen Rolle gerecht werden und um vor allem die daraus erwachsenden Chancen bestmöglich nutzen zu können, haben wir unter dem Namen #rhenag2030 ein umfassendes Strategieprojekt aufgelegt.
Dafür haben wir keine der großen Unternehmensberatungen beauftragt, wir haben das Strategieprojekt vielmehr mit unseren eigenen Kräften vorangetrieben – weil wir alles an Bord haben, was es für ein solches Projekt braucht: Breites Branchen-Know-how,
ein tiefes Verständnis künftiger Anforderungen der Energieversorgung auf regionaler Ebene und eine rhenag-Mannschaft, die die Transformation der rhenag und der Branche insgesamt als Chance begreift. Die Lust hat auf Veränderung.
Wir sind stolz, dass wir das Strategieprojekt „in time“ abschließen konnten – und dabei im operativen Tagesgeschäft nichts an Performance eingebüßt haben. Die Zahlen dieses Geschäftsberichts belegen dies. Hierfür geht der Dank an das gesamte rhenag-Team, das das Strategieprojekt hochmotiviert vorangetrieben und 2024 einen tollen Job gemacht hat.
Ein wichtiger Faktor für das hohe Commitment unserer gut 700 MitarbeiterInnen bei #rhenag2030 ist sicherlich der Grundgedanke, der dieser neuen rhenag-Strategie zugrunde liegt: #rhenag2030 steht für unseren Glauben an die große Stärke einer dezentralen, bürgernahen Energieversorgung in kommunaler Hand. Dieser Grundgedanke entspricht dem Selbstverständnis der rhenag, er spiegelt unsere über 150 Jahre gewachsene DNA. #rhenag2030 übersetzt diese rhenag-DNA der kommunalen Partnerschaft in die aktuelle Zeit.
Wir sind überzeugt: Auch wenn die politische Agenda derzeit von der geopolitischen Zeitenwende geprägt ist, bleibt der Klimaschutz eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Die Erderwärmung wartet nicht. Im Gegenteil: Sie schreitet schneller voran denn je.
Die Energie- und Wärmewende hat als politisches Projekt daher nichts von ihrer Bedeutung verloren. Sie vollzieht sich dabei zum größten Teil lokal, wirklich spürbar für die Menschen wird die Energiewende in den Kommunen vor Ort.
Dies unterstreicht einmal mehr die immense politische Bedeutung der kommunalen Handlungsebene. Es bedeutet aber auch: Die Kommunen sind in der Verantwortung.
Hier entscheidet sich, ob wir bei der Dekarbonisierung vorankommen, ohne den Hausbesitzer, den Handwerksbetrieb und den örtlichen Mittelständler zu überfordern. Und hier entscheidet sich, ob die Bürgerinnen und Bürger mitziehen oder blockieren.
Die natürlichen Umsetzungsakteure der Kommunen sind ihre Stadtwerke. Keiner kennt die immer wieder anders gelagerten Versorgungsstrukturen vor Ort besser als sie.
Für uns liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Energieversorgung darin, die Stadtwerke als Umsetzungsakteure handlungsfähig zu machen. Was kann, was muss das Stadtwerk allein machen, welche Aufgaben können ohne Identitätsverlust ausgelagert oder mit anderen Unternehmen gemeinsam erledigt werden? Es geht mehr denn je darum, die notwendige Unternehmensgröße über die Gruppe herzustellen, Spezialisten-Know-how und technische Plattformen gemeinsam zu nutzen, hinter dem Kundenvorhang zu standardisieren und zu automatisieren und so Kosten zu optimieren.
„Es geht mehr denn je darum, die notwendige Unternehmensgröße über die Gruppe herzustellen.“
Kooperationen sind aber nicht nur auf Unternehmensebene, sondern auch zwischen benachbarten Kommunen eine vielversprechende Strategie. Das Beispiel Wärmeplanung zeigt, dass auch hier die Zusammenarbeit über Gemeinde- und Stadtgrenzen hinweg zu deutlichen Effizienzgewinnen führen kann.
Mit operativ vernetzten Stadtwerken und mit klugen interkommunalen Kooperationen kann die kommunale Ebene ihre strukturelle Stärke auch bei der Energiewende voll ausspielen: bürgernahe Daseinsvorsorge zu garantieren und die Transformation mit Blick auf heterogene örtliche Verhältnisse besser zu managen als jede andere politische Ebene.
Von dieser Stärke sind wir überzeugt. Als rhenag stehen wir bereit, mit unserem breiten Leistungsportfolio und den Ressourcen eines der größten deutschen EVU-Netzwerke die riesigen Chancen der Energiewende wahrzunehmen und im engen Schulterschluss mit unseren Stadtwerke-Partnern kommunale Energieversorgung nachhaltig erfolgreich zu machen.
Mit herzlichen Grüßen


Jan-Bernd Brüning
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Till Cremer
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