Geschäfts­bericht 2024

Energiegeschäft

 

Gasversorgung

2024 lag der Gasabsatz der rhenag mit 1,2 Mrd. kWh auf Vorjahrsniveau. Die Wettbewerbsintensität blieb 2024 hoch. Nachdem sich die Beschaffungsmärkte 2024 im Vergleich zur Energiekrise 2022/2023 deutlich stabilisiert haben, traten wieder viele preisaggressive Wettbewerber in den einschlägigen Wechselportalen auf. Und auch die Verbraucher haben die Energiekrise verdaut, das Bedürfnis nach Versorgungssicherheit wurde nach dem Abflauen der Energiekrise wieder vom Preisargument dominiert.

Überregional hat rhenag in den ersten Monaten aufgrund großer Preisunterschiede zu den örtlichen Versorgern viele Kunden gewonnen. Durch diese Akquise-Erfolge zu Jahresbeginn entwickelte sich die Gesamtkundenanzahl in diesem sehr wechselaffinen Kundensegment nur leicht rückläufig.

Auch im Stammgebiet war die Neukundenakquise erfolgreich. Damit konnte die Gaskundenanzahl stabil gehalten werden.

Stromversorgung

Der Stromabsatz lag 2024 bei rd. 146 Mio. kWh (Vorjahr 122 Mio. kWh) und stieg damit um rd. 24 Mio. kWh. Auch die Stromsparte war von einer hohen Wettbewerbsintensität gekennzeichnet, die Entwicklung verlief analog zur Gassparte. Der Fokus auf das Stammgebiet und das angestrebte Wachstum in dieser Sparte führten zu einer Steigerung im Mengenabsatz, die sich auch in den Kundenzahlen widerspiegelte.

Wasserversorgung

Die Absatz- und Umsatzzahlen liegen mit rund 1,4 Mio. m³ Wasser und rund 3,5 Mio. € (ohne Betriebsführung) auf dem Niveau des Vorjahres.

Energienahe Dienstleistungen

Die energienahen Dienstleistungen des Energiegeschäfts umfassen das klassische Spektrum von Photovoltaik, Heimspeichern, Ladeinfrastruktur und modernen Wärmelösungen bis hin zu Quartierskonzepten.

Nach guten Absätzen in den beiden Vorjahren, war der Verkauf von PV-Anlagen im Privatkundensegment 2024 stark rückläufig. Nach dem PV-Boom in den Energiekrisenjahren 2022 und 2023 zeigte sich im Berichtszeitraum der Markt gesättigt und es war ein Preisverfall inklusive Margenrückgang festzustellen.

Zudem entschieden sich 2024 viele Kunden für Balkonkraftwerke als günstige und sehr einfach zu installierende Alternative.

Im Wärmebereich führte die unkoordinierte und sehr kontroverse Debatte über das Gebäudeenergiegesetz zu einer großen Verunsicherung bei den Endkunden. Als Konsequenz stellten viele Kunden ihre Investitionsentscheidungen zurück oder griffen noch einmal auf „alte Technologien“ wie klassische Gas- oder Ölheizungen zurück.

Die Energiedienstleistungsprojekte für die kommunalen Partner entwickelten sich dagegen positiv. Zwei größere PV-Projekte konnten in Siegburg vertraglich fixiert werden: In Kooperation mit den örtlichen Stadtbetrieben wird eine PV-Anlage auf dem Dach einer Kita (94 kWpeak) errichtet und das umfassend sanierte Siegburger Rathaus mit einer Aufdachanlage ausgestattet (154 kWpeak). Darüber hinaus wurde eine Aufdachanlage mit rd. 93 kWp auf dem Oktopus-Bad in Siegburg in Kooperation mit den Stadtbetrieben im Sommer 2024 in Betrieb genommen.

Regenerative Erzeugung

rhenag erzeugt regenerativen Strom sowohl auf überregionaler als auch auf regionaler Ebene. Überregional sind wir Teil des Green GECCO-Konsortiums, eines Zusammenschlusses von 29 Stadtwerken und der RWE Renewables GmbH (vormals innogy SE). Das Green GECCO-Portfolio besteht ganz überwiegend aus Onshore-Windenergieanlagen, die mit einer installierten Leistung von über 86 MW in internationalen und deutschen Windparks betrieben werden.

Die kumulierte Stromerzeugung der deutschen Wind-Gesellschaften lag im dritten Quartal 2024 leicht unter dem Planniveau (-3,4%). Die britische Gesellschaft An Suidhe erreichte dagegen mit über 99% nahezu das geplante Niveau.

Die Solarstromerzeugung lag zum Ende des dritten Quartals 2024 circa 20% unter Plan. Diese deutliche Unterschreitung der Green GECCO-Solarstromproduktion lag im Wesentlichen an Verzögerungen bei der Ersatzbeschaffung von Modulen.

Die aktuelle Hochrechnung für das Jahr 2024 ergibt einen zu erwartenden Jahresüberschuss in Höhe von 6,9 Mio. € (Plan 2024: 4,0 Mio. €). Die deutliche Ergebnisverbesserung resultiert aus der Verlängerung der Nutzungsdauern der Green GECCO-Wind- und Solarparks, wodurch sich die Abschreibungen verringern.

Auf regionaler Ebene haben wir 2024 regenerativen Strom im Westerwälder Windpark Höhn und im PV-Freiflächenpark in Hachenburg erzeugt.

Die Stromproduktion im Windpark in Höhn, den wir zusammen mit dem benachbarten Partnerunternehmen Energieversorgung Mittelrhein AG (evm) aus Koblenz betreiben, blieb insbesondere aufgrund des windschwachen Herbsts mit rund 32 Mio. kWh nicht nur deutlich unter der Erzeugungsmenge des Rekordjahres 2023 (40 Mio. kWh), sondern auch unter dem Planwert von 34 Mio. kWh.

Der PV-Freiflächenpark in Hachenburg, an dem wir über unsere Tochter energienatur Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH beteiligt sind, produzierte 2024 30,7 Mio. kWh.